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Pressemitteilung vom 14.12.2020

Westmann: Es ist Zeit, zu handeln – Kinderschutz-Kommission nimmt Arbeit auf

Hannover. Vor dem Hintergrund bundesweit bekannt gewordener Fälle schweren Kindesmissbrauchs hat die im September durch den Niedersächsischen Landtag ins Leben gerufene Enquetekommission zur Verbesserung des Kinderschutzes und zur Verhinderung von Missbrauch und sexueller Gewalt an Kindern ihre Arbeit aufgenommen. „Missbrauch und sexuelle Gewalt an Kindern ist leider keine Seltenheit und zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten“, sagt die Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in der Enquetekommission, Editha Westmann. „Es wird Zeit, aus den vorliegenden Erfahrungen wirkungsvolle Maßnahmen zu definieren, zu bündeln und umzusetzen.“

Anfang des vergangenen Jahres hatten die massenhaften Missbrauchsfälle auf einem Campingplatz in Lügde das Land schwer erschüttert und schwerste Verfehlungen im Jugendamt Hameln-Pyrmont offenbart. Die Staatsanwaltschaft Detmold geht von etwa 1.000 Einzeltaten aus. „Hier hat Behördenversagen zu fatalen Folgen und unendlichem Leid bei sehr vielen Kindern geführt. Doch Lügde ist nur ein Baustein in der Pädokriminalität. Wir wollen das Thema in eine breite Öffentlichkeit tragen und die Bürgerinnen und Bürger dafür sensibilisieren. Wir müssen hinschauen, um Kinder zu schützen und um Täter zu überführen“, so Westmann weiter.

In der Enquetekommission werden die zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnisse der Sonderermittlerin der beim Landespräventionsrat Niedersachsen angesiedelten Lügde-Kommission sowie des parlamentarischen Untersuchungsausschusses in Nordrhein-Westfalen berücksichtigt. Auch die mit dem Kinderschutz befassten niedersächsischen Ministerien sind aufgefordert, einen Bericht abzugeben. Dabei soll die Rolle der beteiligten Jugendämter besonders gewürdigt werden.

Die Kommission will konkrete Präventionsansätze kurzfristig erarbeiten, um so pädophile Kriminalität an Kindern besser verhindern zu können. Hierbei erhalten die Abgeordneten Unterstützung durch die Expertise externer Sachverständiger. Auf Vorschlag der CDU-Fraktion wird der renommierte Präventions- und Gesundheitspsychologe Dr. Dirk Themann als ständiges Mitglied in die Kommission berufen. Als systemischer Traumatherapeut und Fachkraft für Kinderschutz hatte er bereits in der Vergangenheit zahlreiche öffentliche Stellen auf Landes- und kommunaler Ebene beraten. Außerdem soll der Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, von seiner Arbeit und den auf Bundesebene angesiedelten Initiativen zum Kindesschutz berichten.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir fraktionsübergreifend harmonisch und zielorientiert zum Wohle unserer Kinder in der Enquetekommission zusammenarbeiten werden“, betont Westmann. Ende des Jahres 2021 will die Enquetekommission ihren Abschlussbericht vorlegen und konkrete Handlungsoptionen empfehlen.