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Pressemitteilung vom 20.05.2014

Hannover. Die CDU-Landtagsfraktion hat am heutigen Dienstag (20. Mai) ihr Konzept zur Umsetzung der Wahlfreiheit zwischen dem 12- und dem 13-jährigen Weg zum Abitur (G8 und G9) an den niedersächsischen Gymnasien vorgestellt. „Wir wollen, dass jeder Schüler im eigenen Tempo das Abitur erreichen kann. Wir setzen zugleich auf Entlastung im G9 und auf den Erhalt eines vollwertigen G8 für besonders leistungsfähige Schüler. Jedes Gymnasium in Niedersachsen soll künftig neben dem G9 auch ein G8 anbieten können. Dass wollen wir über die Einrichtung von G8-Lerngruppen in den Schuljahrgängen 9 und 10 erreichen“, sagt der schulpolitische Sprecher der Fraktion, Kai Seefried.

Das Konzept der CDU-Fraktion fußt auf ihrem „Loccumer Beschluss zur Zukunft der Gymnasien in Niedersachsen“ vom 10. Februar 2014. In dem Grundsatzpapier hat die Fraktion anerkannt, dass sich manche Eltern mehr Zeit und weniger Tempo für ihre Kinder auf dem Weg zur allgemeinen Hochschulreife wünschen, während für andere Schüler das achtjährige Gymnasium der richtige Weg ist.

Im Mittelpunkt des CDU-Konzepts stehen die G8-Lerngruppen in den Schuljahrgängen 9 und 10. Während die G9-Schüler künftig mit maximal 30 Unterrichtsstunden keinen Pflichtunterricht am Nachmittag haben, kommen die G8-Schüler in den Schuljahrgängen 9 und 10 auf 33 bis 34 Wochenstunden. „Die G8-Lerngruppen sind ein Angebot für Schüler, die sich ein höheres Lernpensum zutrauen. Im Schuljahrgang 9 und 10 können sie sich gemeinsam mit anderen Schülern auf das Überspringen des Schuljahrgangs 11 vorbereiten. Niemand muss allein lernen!“, sagt Seefried.

Nach den Vorschlägen der CDU-Fraktion soll jedes Gymnasium die G8-Lerngruppen parallel zu den regulären Schulklassen (G9) anbieten. Jedes Gymnasium, auch kleine Schulen, erhält die erforderlichen Lehrerstunden zur Einrichtung der separaten Lerngruppen in den Schuljahrgängen 9 und 10. In den G8-Lerngruppen haben die Schüler zusätzlich zu den 30 Wochenstunden Unterricht nach Stundentafel noch 3 bis 4 Stunden Zusatzunterricht. Darin werden Lerninhalte aus der Einführungsphase (Schuljahrgang 11) vermittelt sowie solche aus Fächern, deren Unterrichtsinhalte von elementarer Bedeutung für den schulischen Erfolg in der gymnasialen Oberstufe anzusehen sind (z.B. Naturwissenschaften, Fremdsprachen). Von einzelnen Gymnasien entwickelte Alternativkonzepte zur Förderung der G8-Schüler sind möglich – in diesen Fällen erhalten die Schulen die Lehrerstunden in gleichem Umfang zugewiesen.

Im Anschluss an den Schuljahrgang 10 haben die G8-Schüler mehrere Möglichkeiten:

  • Überspringen: Sie können den 11. Schuljahrgang überspringen und nach dem 10. Schuljahrgang in das erste Jahr der zweijährigen Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe wechseln (bei Vorliegen der entsprechenden Leistungen und nach geltender Erlasslage). Sie absolvieren dann nach 12 Jahren das Abitur.
  • Auslandsjahr: Sie können ein Auslandsjahr einlegen. Die CDU-Fraktion setzt sich dabei für die Einführung eines Stipendienprogramms ein.
  • Vertiefung: Sie können auf das Überspringen verzichten und im 11. Schuljahrgang Angebote zur vertieften Berufs- und Studienorientierung und zur besonders gründlichen Vorbereitung auf die Qualifikationsphase nutzen.

„Unser Modell stärkt die Gymnasien in mehrfacher Hinsicht“, erläutert Kai Seefried. „Mit der Einführung der G8-Lerngruppen bereits ab 2016/17 mildern wir den Stellenschwund an den Gymnasien durch die Reduzierung der Wochenstundenzahl im G9 deutlich ab. Alle Stellen bleiben im System. Bereits ab 2016 werden zusätzliche Lehrer für die G8-Lerngruppen benötigt. Die Gymnasien erhalten künftig ein Alleinstellungsmerkmal: Sie werden die einzige Schulform in Niedersachsen sein, die noch das G8 anbietet. Das stärkt sie im Wettbewerb mit anderen Schulformen. Unsere niedersächsischen Gymnasien sind und bleiben die Schulen, an denen sich gute schulische Leistungen bei Anwahl des G8 besonders lohnen. Im Vergleich mit anderen Modellen erhöhen die von uns vorgeschlagenen G8-Lerngruppen deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass die G8-Option weiterhin von vielen Schülern genutzt wird“, sagt Seefried.

Nach den Vorstellungen der CDU-Fraktion kann das Konzept zum 01.08.2015 beginnend mit den Schuljahrgängen 5 bis 8 und dann aufsteigend eingeführt werden. Zur Umsetzung werden je nach Anwahl der G8-Option circa zwischen 120 und 410 zusätzliche Lehrerstellen an den Gymnasien benötigt, entsprechend circa 6 bis 20,5 Millionen Euro Haushaltsvolumen. Je mehr Schüler G8 anwählen, desto günstiger ist das Modell.