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Pressemitteilung vom 01.07.2020

Mohrmann: Wettbewerbsnachteil für Zuckererzeugung beenden – züchterische Möglichkeiten nutzen

Hannover.  „Zu Niedersachsen gehört zweifelsohne eine funktionierende Zuckererzeugung als Teil einer kompletten Wertschöpfungskette. Aber diese für Niedersachsen so wichtige Wertschöpfungskette Zucker steht in mehrfacher Hinsicht erheblich unter Druck bis hin zur realen Gefahr, sie zu verlieren“, so der Abgeordnete Marco Mohrmann in der heutigen Debatte im Landtag.

Zusätzlich zum Wettbewerb am Markt stünde die niedersächsische Zuckerproduktion noch durch Wettbewerbsverzerrung innerhalb der EU unter Druck. „Hier ist das Verbot der Saatgutbeizung mit sogenannten Neonicotinoiden zu nennen. Deutschland hält sich daran. In rund 20 anderen Ländern der EU gibt es aber nach wie vor Ausnahmegenehmigungen“, so der Agrarexperte; hinzu kommt, dass ebenso mehrere EU-Länder nach wie vor produktionsgekoppelte Prämienzahlungen leisten. Zum Nachteil deutscher Landwirte.

Was nicht nur die Zuckerwirtschaft der gesamten EU einen würde, sei der Wettbewerbsnachteil gegenüber fast allen anderen wichtigen Agrarländern dieser Welt in Bezug auf die Nutzung züchterischer Möglichkeiten.

„Nicht nur aus meiner Sicht ist der derzeitige Umstand, dass Pflanzen, die mit der Genschere aus dem CRISPR/CAS-Verfahren bearbeitet wurden, nach dem 2018er EuGH-Urteil unter die Gentechnik-Gesetze fallen, schlicht fachlicher Unsinn“, so Mohrmann.

Dass dieser Standpunkt inzwischen auch durch eine Gruppe wissenschaftsaffiner Mitglieder der Grünen getragen würde, gebe Hoffnung auf einen gesellschaftspolitischen und parteiübergreifenden Konsens in dieser für die Zuchtunternehmen zentralen Frage ihrer weiteren Perspektive in Deutschland und speziell in Niedersachsen.  „Da haben Ihre Kolleginnen und Kollegen ein bemerkenswertes Papier verfasst“, stellte Mohrmann in Richtung der grünen Landtagsfraktion fest.

Die CDU-Fraktion unterstütze jedwede Initiative, die den Wissenschafts- und Technologiestandort Niedersachsen fördert. Besonders die, die es den Züchtern ermögliche, von Technologiesprüngen zu profitieren und die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen.

„Diese Unterstützung ist der entscheidende, geradezu fundamentale Aspekt unseres heute beschlossenen Entschließungsantrages: Eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel, moderne und zukunftsorientierte Züchtungsmethoden zu bewerten. Damit stehen unsere mittelständisch geprägten Unternehmen und Landwirte in Niedersachsen im Focus. Wir geben unserer Wertschöpfungskette die Chance, die sie verdient hat“, so Mohrmann.