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Pressemitteilung vom 12.11.2014

Hannover. „Echter Tierschutz statt Populismus“ – das fordert ein Entschließungsantrag der CDU-Landtagsfraktion gegen das von Landwirtschaftsminister Meyer geplante generelle Kupier-Verbot von Schweineschwänzen. „Was wir brauchen, sind praxistaugliche Lösungen im Sinne des Tierwohls, keine unüberlegten Verbote“, sagt der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Dammann-Tamke. „Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen, dass das Schwanzbeißen derzeit in der Praxis kaum in den Griff zu bekommen ist. Ein genereller Verzicht auf das Kupieren würde daher für die Tiere deutlich mehr Leid bedeuten.“

 Breite Zustimmung für den CDU-Antrag gibt es auch von Seiten der betroffenen Verbände, wie die heutige öffentliche Anhörung im Landwirtschaftsausschuss gezeigt hat. So sprach sich das Landvolk Niedersachsen ausdrücklich gegen die von der rot-grünen Landesregierung anvisierte Beendigung des Kupierens bis zum Jahr 2016 aus. „Wissenschaftler raten Betriebsleitern dringend davon ab, eigenmächtig auf das Kupieren der Schwänze zu verzichten“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme des Verbands.

Auch die Interessengemeinschaft der Schweinhalter Deutschlands e.V. (ISN) übt heftige Kritik am Vorgehen von Landwirtschaftsminister Meyer: „Letztlich wird durch diese Alleingänge des Ministers ein Flickenteppich aus Maßnahmen geschaffen, der nicht zielführend ist.“ Zudem werde die im Koalitionsvertrag fixierte Fortsetzung des Tierschutzplanes ad absurdum geführt. Beide Verbände schlossen sich der Forderung der CDU-Fraktion nach praxistauglichen Leitlinien und Unterstützung der Landwirte bei deren Umsetzung an. Dammann-Tamke: „Das Thema ist für die schweinehaltenden Betriebe von existenzieller Bedeutung. Ein ausschließlich ideologisch motiviertes Verbot, das die realen Gegebenheiten ignoriert, würde dem Tierschutz in Niedersachsen eher schaden als nützen. Wir brauchen einen kooperativen Ansatz mit der Wirtschaft, wie er in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein möglich ist. Echter Tierschutz kann nur gemeinsam mit den Landwirten funktionieren.“