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Pressemitteilung vom 09.08.2013

Hannover. Im Zusammenhang mit dem heute vorgestellten Verbraucherschutzbericht fordert der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Dammann-Tamke, verstärkte Kontrollen und strengere Auflagen bei der Kennzeichnung von Biolebensmitteln. „Die jüngste Berichterstattung über möglicherweise genmanipuliertes Biogemüse zeigt deutlich, dass es unter den Biobetrieben schwarze Schafe gibt. Der Landwirtschaftsminister tut der Branche keinen Gefallen, wenn er sie gegenüber der konventionellen Lebensmittelindustrie konsequent öffentlich glorifiziert und vor verstärkten Kontrollen schützt“, sagte Dammann-Tamke. Anfang der Woche hatte das ZDF-Magazin WISO über gentechnisch veränderte Biogemüse-Proben berichtet. Dabei geht es um die so genannte Cytoplasmatische Männliche Sterilität (CMS), eine Zuchtmethode, bei der artfremde Zellkerne miteinander verschmolzen werden, um so den Ernteertrag zu steigern. Bislang herrscht in der Branche Uneinigkeit darüber, ob das Verfahren als Gentechnik gilt oder nicht. „Fakt ist aber, dass viele anerkannte Bioverbände in ihren Richtlinien den Anbau von CMS-Hybriden verbieten“, so der CDU-Agrarexperte. „Hier gibt es dringenden Aufklärungsbedarf.“

Meldungen wie diese würden die Verbraucher massiv verunsichern. „Wenn sie bereit sind, für Bioprodukte einen höheren Preis zu zahlen, erwarten sie zu Recht, dass die Lebensmittel ohne den Einsatz von Gentechnik erzeugt wurden“, betonte Dammann-Tamke. Um einen dauerhaften Vertrauensverlust in den Ökolandbau zu verhindern, müsse Landwirtschaftsminister Meyer endlich für klare Verhältnisse sorgen. „Dass er sich bislang in Schweigen hüllt und stattdessen auf der Pressekonferenz zum Verbraucherschutzbericht launig über Grilltipps und die korrekte Verwendung von Pappbechern schwadroniert, ist für die seriösen Biobauern ein Schlag ins Gesicht. Kaum wird es schwierig, lässt er sein bislang liebstes Kind eiskalt im Stich.“