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Pressemitteilung vom 26.06.2014

Hannover. Niedersachsens Nutztierhalter soll künftig zügiger und umfangreicher geholfen werden, wenn sie Schäden durch Wölfe zu beklagen haben. Das fordert ein CDU-Antrag, der heute im Landtag beraten worden ist. Der Celler CDU-Abgeordnete Ernst-Ingolf Angermann erklärte dazu: „Seit der Rückkehr des Wolfes müssen Nutztierhalter in vielen Teilen Niedersachsens mitunter erhebliche Schäden tragen. Ganz gleich ob gerissene, verstörte oder ausgebrochene Weidetiere – zahlen muss zunächst immer der Tierhalter. Wenn wir die Akzeptanz für die Rückkehr des Wolfs in Niedersachsen erhalten wollen, dürfen wir die Nutztierhalter nicht im Stich lassen.“

Angermann plädierte für eine Beweislastumkehr, so dass Tierhaltern eine Entschädigungszahlung auch dann gewährt würde, wenn ein Wolfsriss nach Bewertung durch einen Wolfberater nicht ausgeschlossen werden könne. Außerdem müsse die so genannte Wolfsrichtlinie des Landes wesentlich zügiger erarbeitet werden, damit endlich auch Präventionsmaßnahmen gegen den Wolf, wie etwa spezielle Weidezäune, subventioniert würden. „Das gesamte Verfahren muss entbürokratisiert und beschleunigt werden, damit Tierhalter schneller ihre Entschädigung erhalten oder ihre Tiere wirksam vor Wölfen schützen können“, forderte Angermann. Dazu gehöre auch, dass wirtschaftliche Schäden durch das Land reguliert werden, die durch eine vom Wolf ausgelöste Panik unter Weidetieren hervorgerufen werden kann. „Wenn etwa ein Pferd in Panik vor Wölfen auf die Straße galoppiert und einen Autounfall verursacht, muss das von der Förderrichtlinie Wolf auch abgedeckt sein“, betonte Angermann.

Laut Experten würde die niedersächsische Wolfspopulation schnell anwachsen. „Das Gefährdungspotenzial für Weidetiere durch Wölfe wird zukünftig steigen. Wir brauchen daher klare rechtliche Maßnahmen, die ein möglichst konfliktfreies Miteinander zwischen Menschen, Nutztieren und Wölfen garantieren, sonst schwindet Akzeptanz für den Wolf wieder“, sagte der CDU-Politiker.