Inklusion, Ganztagsausbau, zunehmende Kooperation mit außerschulischen Partnern, Integration von Kindern mit Migrationshintergrund: Die Liste der Aufgaben an Niedersachsens Grundschulen ist lang – und sie wächst kontinuierlich. Schon heute fühlen sich viele Lehrer überfordert. Zahlreiche Schulleiterstellen können nicht besetzt werden, weil sich niemand darauf bewirbt. Bereits 150 Grundschulen in Niedersachsen müssen ohne Leitung auskommen – das ist fast jede zehnte. Im ländlichen Raum sowie an sogenannten „Brennpunktschulen“ in Städten ist dieses Problem besonders dramatisch. Für die CDU liegt das vor allem an der geringen Attraktivität des Schulleiterpostens: „Grundschulleiter sind oft Lehrer, Stundenplankoordinator, Vorgesetzter und noch vieles mehr in einer Person. Gerade an kleinen Grundschulen werden sie jedoch kaum besser besoldet als ihre Kollegen und bekommen nur eine Handvoll Entlastungsstunden“, kritisiert Kai Seefried, schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. „Hier wollen wir unbürokratisch Abhilfe schaffen und mit einer Dorfschulprämie einen echten Anreiz schaffen, sich auf Leitungsstellen im ländlichen Raum zu bewerben. Gleiches möchten wir auch an Brennpunktschulen ermöglichen.“

Rot-Grüne Landesregierung hat kein Konzept

Kai Seefried, schulpolitischer Sprecher

Weitere Belastungen für Schulleiter: ein enormer Verwaltungsaufwand, die Umsetzung von Inklusion sowie eine schlechte Unterrichtsversorgung: Grundschulen sind auf Werte deutlich über 100 Prozent angewiesen, sonst können sie keine durchgehende Bildung und Betreuung am Vormittag gewährleisten. An einzelnen Grundschulen – insbesondere im ländlichen Raum – liegen die Werte allerdings deutlich unter 90 Prozent. „Die rot-grüne Landesregierung lässt die kleinen Grundschulen im Stich“, sagt Seefried. Obwohl das Problem der unbesetzten Schulleiterstellen seit vielen Jahren bekannt ist, hat die Landesregierung keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen, die Situation zu entschärfen. „Die Landesregierung muss endlich dafür arbeiten, dass die Grundschullehrer wieder Lust bekommen, eine Schule zu leiten“, so Seefried. „Die jüngste Entscheidung, die Personalsachbearbeitung wieder an die Landesschulbehörde abgeben zu können, ist längst nicht ausreichend. Es ist zwar gut, dass sich insbesondere die kleinen Grundschulen nicht mehr um die Vertragsabschlüsse mit pädagogischen Mitarbeitern kümmern müssen. Damit allein ist den Schulen aber nicht geholfen.“ Die CDU-Fraktion fordert ein ganzes Maßnahmenpaket und hat bereits 2014 einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht. „Die Koalition von SPD und Grünen war in der Ausschussberatung nicht einmal zu einer Diskussion über unser Konzept bereit. Außer einem Nein zu unseren Vorschlägen hat sie nichts zu bieten – kein Einsehen, kein Konzept, keinen Plan“, stellt Seefried fest.

So will die CDU die Grundschulen und ihre Leiter entlasten:

  • Attraktivität von Schulleiterstellen steigern: Mindestbesoldungsstufe A 13 und Absenkung der Unterrichtsverpflichtung auf bis zu 50 Prozent, Sonderzuwendung für Schulleiter im ländlichen Raum („Dorfschulprämie“) und an Brennpunktschulen
  • Grundschulleitungen entlasten: Übertragen von Aufgaben an die Landesschulbehörde, Verzicht auf immer neue Vorschriften, stärkere Unterstützung durch Verwaltungskräfte, Benennung eines Konrektors bei Außenstellen
  • Lehrkräfte bei Inklusion entlasten: Personelle Verstärkung für die Grundschulen durch Sozialpädagogen, mehr Fort- und Weiterbildungen im Bereich der Inklusion und Sprachförderung, Zuweisung von je drei Zusatzstunden für jede Grundschule pro Schüler mit Förderbedarf Sprache
  • Synergien nutzen: Umsetzung des Modellvorhabens „Kindertagesstätte und Grundschule unter einem Dach“
  • Leistungsgedanken erhalten: Schullaufbahnempfehlungen und Noten beibehalten