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Pressemitteilung vom 02.04.2019

Toepffer und Dammann-Tamke: Landwirtschaft und Umweltschutz müssen Hand in Hand gehen – wollen eine fachlich fundierte und umweltgerechte Landwirtschaft

Hannover. „Landwirtschaft und Umweltschutz müssen Hand in Hand gehen. Wir wollen in Niedersachsen eine fachlich fundierte und umweltgerechte Landwirtschaft, von der unsere bäuerlichen Betriebe auskömmlich leben können und die die Versorgung der Menschen sicherstellt“, erklärte Dirk Toepffer, CDU-Fraktionsvorsitzender, nach der heutigen Sondersitzung der CDU-Landtagsfraktion zu aktuellen Landwirtschaftsthemen.

Gerade die Düngemittelverordnung bereitet den Landwirten und den Agrarpolitikern in Niedersachsen Sorge: „Bei der Düngeverordnung wurden die Bundesländer durch Berlin nicht im Detail mit eingebunden und der EU-Vorschlag einer pauschalen Absenkung des Düngebedarfs um 20 Prozent wurde nicht von einer fachlichen Expertise begleitet“, so Helmut Dammann-Tamke, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender und agrarpolitischer Sprecher der Fraktion. Sogenannte rote Gebiete sollten nach Meinung der Landtagsfraktion binnendifferenziert auf ein Minimum reduziert werden. „Setzen wir die Forderungen aus Brüssel eins zu eins um, würde Niedersachsen in Bezug auf Transparenz und Kontrollmöglichkeiten hinter den bereits heute erreichten Stand zurückgeworfen werden. Das wäre mit Blick auf den Umweltschutz kontraproduktiv, so Damann-Tamke.

„In Fragen der Sauenhaltung erwarten wir von Berlin, dass die dortige große Koalition akzeptiert, dass es in Niedersachsen einen Beschluss der Regierungsfraktionen hin zum vierten Weg bei der Ferkelkastration gibt. Wir erwarten weitere Anstrengungen im Forschungsbereich, um praxisorientierte Lösungen anbieten zu können“, so der Agrarexperte. In den letzten 10 Jahren hätten 50 Prozent der Sauenhalter aufgegeben, in den kommenden 10 Jahren sei damit zu rechnen, dass weitere 50 Prozent aufgeben. „Die großen Betriebe werden überleben, kleine Betriebe verschwinden und damit gehen gerade unsere regionalen Lieferketten verloren. Dies geht zu Lasten einer ressourcenschonenden und am Tierwohl orientierten Landwirtschaft“, so Dammann-Tamke.

Die niedersächsische Landwirtschaft ist aber auch in besonderer Weise vom geplanten SuedLink betroffen. Dies sehen die niedersächsischen Agrarpolitiker ebenfalls kritisch: „Wir erwarten ein auf 10 Jahre angelegtes Monitoringverfahren verbunden mit einer Beweislastumkehr für die unterschiedlichen betroffenen Standorte. Ebenso dürfen unsere Landwirte nicht zweimal belastet werden. Es ist keinem zu erklären, warum eine Infrastrukturmaßnahme, die durch die gewollte Energiewende hervorgerufen wurde und damit unmittelbar dem Klimaschutz dient, unsere Landwirte zweimal über Flächenentzug belastet. Es stellt sich die Grundsatzfrage, warum eine Maßnahme, die dem Klimaschutz dient, ausgeglichen werden muss“, so Dammann-Tamke.