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Pressemitteilung vom 24.08.2017

Meyer: Als hätte es den Fall Safia nie gegeben: Schulen und Jugendämter sind mit Phänomen radikalisierter Kinder völlig überfordert

Hannover. Der kinder- und jugendpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Volker Meyer, hat der rot-grünen Landesregierung mit Blick auf den Vorfall an einer Lüneburger Schule vorgeworfen, die Gefahr radikalisierter Kinder in Niedersachsen noch immer nicht ernst genug zu nehmen. Am Dienstag (22. August) hatte sich eine mutmaßlich erst elfjährige Schülerin aus einem Fenster im dritten Stock der Schule gestürzt und dabei schwere Verletzungen davon getragen. Im Vorfeld soll sich das Mädchen radikalisiert und islamistisch geäußert haben. Meyer: „Es ist nicht der erste Fall, der deutlich macht, dass in Niedersachsen die schulische Prävention im Bereich der religiösen Radikalisierung nicht ausreicht.“ Prominentestes Beispiel sei Safia S.: Trotz Hinweisen aus ihrem schulischen Umfeld sei der Angriff auf einen Polizisten am Hannoveraner Hauptbahnhof nicht verhindert worden. „Die Schulen sind mit dem Problem überfordert“, so Meyer. „Auch in der Jugendhilfe gibt es nach wie vor keine Konzepte für den Umgang mit dem Phänomen ‚Hass-Kinder‘. Es ist fast so, als hätte es den Fall Safia nie gegeben.“

Vor allem der Austausch zwischen den Behörden müsse dringend intensiviert werden, fordert Meyer: „Der Islamismus-PUA hat deutlich herausgearbeitet, dass die staatliche Präventionsarbeit im Hinblick auf Kinder und Jugendliche nahezu vollständig versagt hat. Die existierenden Programme reichen nicht aus, sie sind vollkommen unstrukturiert. Jugendämter und Schulen müssen hier Hand in Hand arbeiten. Sofern es Anzeichen dafür gibt, dass die Radikalisierung im Elternhaus geschieht darf es im Zweifelsfall keine falsche Scheu geben, auch in die Familien zu gehen und dort zu intervenieren.“ Auch der Deutsche Kinderschutzbund hat bereits ein konsequenteres Vorgehen gegen radikal-salafistische Eltern gefordert.

Im Anhang dieser Pressemitteilung finden Sie die CDU-Anfrage „Wie ist es um das Kindeswohl in radikalisierten Familien bestellt?“ inklusive der Antwort der Landesregierung.

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